08.03.2022 15:21

Axel Grehl Pressestelle
Hochschule Pforzheim

https://idw-online.de/de/news789703

Kostenlose Berechnung des Beitrags durch die Lieferketten

Das Institut für Industrial Ecology (INEC) der Hochschule Pforzheim hat in Kooperation mit dem Thinktank für industrielle Ressourcenstrategien in Karlsruhe ein Tool konzipiert, mit dem die Treibhausgas-Emissionen von Unternehmen einfach ermittelt werden können. Der sogenannte scope3analyzer wurde nun auf der Webseite des Thinktanks freigeschaltet und ist öffentlich und kostenlos zugänglich. Zuvor wurde das Tool, das zusammen mit der Hamburger Firma Systain Consulting GmbH weiterentwickelt wurde, ausgiebig mit Praxispartnern aus der Industrie getestet. Unmittelbar in das Projekt eingebunden waren die ZEISS Gruppe und die Robert Bosch GmbH. Gefördert wurde die Entwicklung vom Umweltministerium Baden-Württemberg.

Die Ermittlung eines betrieblichen Carbon Footprint ist der erste wichtige Schritt auf dem Weg zum Klimaschutz in Unternehmen. Wo sind die größten Beiträge zu den Emissionen und wo sollten die Maßnahmen zuerst ansetzen? „Wir wissen heute, dass die vorgelagerten Emissionen in der Lieferkette der Unternehmen einen wesentlichen Beitrag liefern, oft sogar den größten,“ sagt der Projektleiter Professor Mario Schmidt. Doch die Erhebung dieser Emissionen, in der Fachsprache wird immer von Scope-3-Emissionen gesprochen, stellen eine große Herausforderung dar. Große Unternehmen haben oft Tausende von Lieferanten und Vorprodukte, aus dem In- und Ausland, und fragen sich, woher sie die Zahlen bekommen können und wie belastbar sie sind.

Der scope3analyzer stellt für Unternehmen einen sehr einfachen Einstieg in die Klimabilanzierung dar: Das Tool ist kostenfrei, webbasiert, arbeitet völlig anonymisiert und kann die Emissionen unmittelbar auf Basis bereits vorliegender Einkaufs- und Verbrauchsdaten des Unternehmens berechnen. Das Tool ist außerdem berichtskonform – gängige internationale Standards wie das Greenhouse Gas Protocol, das Carbon Disclosure Project sowie die Science Based Targets Initiative akzeptieren die angewandte Methodik.

Der Emissionsbeitrag der Lieferkette wird mit volkswirtschaftlichen Daten abgeschätzt. Dabei können dann sogar die Emissionen der Vor-Vorprodukte, die aus Asien oder anderen Weltregionen kommen, einbezogen werden. Dies führt zu einem umfassenden Bild des unternehmerischen Handelns und ermöglicht die Identifikation der Hot-Spots von Treibhausgasemissionen. Zusätzlich werden auch die direkten Emissionen vor Ort und die indirekten Emissionen aus eingekaufter Energie mit errechnet.

Professor Schmidt: „Der scope3analyzer entfaltet sein Potential, je mehr Lieferanten ein Unternehmen hat und je schwieriger es wird, einzelne Zahlen zu recherchieren. Vor allem aber sollen die Daten nach der gleichen Methode erhoben und somit vergleichbar sein. Das wird durch die von uns eingesetzte Methode sichergestellt.“

Hier können Unternehmen ihren betrieblichen CO2-Fußabdruck ermitteln:
https://scope3analyzer.pulse.cloud/


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Mario Schmidt


Aktuelles

21.03.2022

08.03.2022 15:21 Axel Grehl PressestelleHochschule Pforzheim https://idw-online.de/de/news789703 Kostenlose Berechnung des Beitrags durch die Lieferketten Das Institut für Industrial Ecology (INEC) der Hochschule Pforzheim hat in Kooperation mit dem Thinktank für industrielle Ressourcenstrategien in Karlsruhe ein Tool konzipiert, mit dem die Treibhausgas-Emissionen von Unternehmen einfach ermittelt werden können. Der sogenannte scope3analyzer ... mehr...

01.03.2022

21.02.2022 14:27 Andrea Mayer-Grenu Abteilung HochschulkommunikationUniversität Stuttgart https://idw-online.de/de/news788787 Die EEI-Wintererhebung 2021/22 weist nach dem starken Einbruch im letzten Halbjahr deutlich höhere Investitionen für Effizienzmaßnahmen aus. Die Energieproduktivität ist rasant gestiegen. Insgesamt wollen 70% der befragten Unternehmen ihre Produkte klimaneutral anbieten. Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität ... mehr...

08.02.2022

28. Januar 2022 https://industrieanzeiger.industrie.de/technik/klimaneutralitaet-ein-thema-fuer-kmu/ Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer von Leichtbau BW: „Der Weg in die Klimaneutralität ist für alle Unternehmen ein hochrelevantes Thema – nicht erst auf lange Sicht.“ Im vorliegenden Whitepaper skizziert er für KMU den Weg zu diesem ambitionierten Ziel. Die über BaWü hinaus bekannte Landesagentur Leichtbau BW ... mehr...

10.01.2022

04.01.2022 07:02 Rainer Klose KommunikationEmpa – Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt https://idw-online.de/de/news786210 Wieviel verbraucht die Fahrzeugflotte eines Landes im Durchschnitt? Wie ändert sich das von Jahr zu Jahr? Mit der zunehmenden Zahl an Elektrofahrzeugen und immer mehr „Crossover“-Modellen, die kaum noch einem Fahrzeugsegment zugeordnet werden können, wird die Analyse immer schwieriger. ... mehr...

13.12.2021

Investitionen in Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit: Mittelstand investiert 22 Mrd. EUR in den Klimaschutz

09.12.2021 https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-2021/Fokus-Nr.-359-Dezember-2021-Klimaschutzinvestitionen.pdf KfW Research Dr. Michael Schwartz, Tel. 069 74 31-86 95, . Jennifer Abel-Koch, Tel. 069 74 31-95 92, Brüggemann, Tel. 069 74 31-17 36, Die Transformation Deutschlands hin zur Klimaneutralität bis zur Mitte des Jahrhunderts ist eine zentrale Herausforderung. Der Mittelstand als prägender Bestandteil der Unternehmenslandschaft ... mehr...

11.10.2021

07.10.2021 Dipl.-Chem. Iris Kumpmann Abteilung Public RelationsFraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT https://idw-online.de/de/news777059 Recycling ist der Schlüsselfaktor, um die EU-Klimaziele zu erreichen. Das zeigen die Ergebnisse der »resources SAVED by recycling«-Studie, die das Fraunhofer UMSICHT im Auftrag der ALBA Group, eines der zehn führenden Recyclingunternehmen weltweit, erstellt hat. Allein im ... mehr...

17.08.2021

Gerhard Schüßler, Head of Quality & Risk Management, Walter AG, Tübingen 03.08.2021 https://industrieanzeiger.industrie.de/technik/fertigung/vierstufige-strategie-verbessert-die-nachhaltigkeit/ Die Umweltwirkung von Zerspanwerkzeugen beginnt beim Fördern der Rohstoffe und endet beim Recycling. Walter zeigt, wie sich die Einflüsse minimieren lassen. Der Tübinger setzen dabei auf vier Ebenen an. Metallverarbeitende Unternehmen wie die Tübinger Walter AG stehen ... mehr...

19.07.2021

06.07.2012 Katja Bolza-Schünemann M.A. HochschulkommunikationHochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt Transfer Wissenschaft – Wirtschaft: Stärkung von Innovationskraft und Marktpositionierung durch Nachhaltigkeit Wirtschaftswissenschaftliche Fallstudie an der FHWS als „success story“ der Vereinten Nationen ausgewählt: Lehrmodul zu Nachhaltigkeit und Organisationsentwicklung von Prof. Dr. Harald Bolsinger wird zur weltweiten Nachahmung empfohlen. 2015 entstand mit den ... mehr...

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Im Rahmen des Projekts „Next Office“ geht die WRS der Frage nach, wie und wo sich die Arbeit der Zukunft abspielen wird. Neben dem Büro und dem Heimarbeitsplatz steigt mittlerweile auch zunehmend das Interesse an „dritten Arbeitsplätzen“. Die Idee von „Next Office“:Die sich wandelnde Arbeitswelt bietet Perspektiven, Arbeitsorte und Arbeitsmobilität ... mehr...

31.05.2021

25.03.2021 11:00 Öko-Institut e. V. – Institut für angewandte Ökologie Mandy Schoßig Öffentlichkeit und Kommunikation ZNU-Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung der Universität Witten/Herdecke und Öko-Institut machen die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 für Unternehmen, Produkte und Produktpolitik messbar. Dies schließt die Bewertung des Produktnutzens ein. Zur einfachen Handhabung steht eine komfortable Software ... mehr...